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0:03IntroInsights Inside, Aha-Momente für mehr Leichtigkeit im Leben, Business und Beruf. In diesem Podcast stehen persönliche Erkenntnisse im Vordergrund unter dem Motto: There's nothing to do, there's something to see. Du entdeckst die 3 Prinzipien hinter dem Leben und lernst, wie mehr Gelassenheit, innere Ruhe und entspannter Erfolg auch für dich möglich sind. Genieße die folgenden Minuten.
0:36Silvia KittelHallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Insights Inside. Ich bin heute mit meinen ganz lieben Freundinnen und Kolleginnen Shelia Stevens.
0:45Shailia StevensHallo!
0:46Silvia KittelSilvia Wernli.
0:48Lea WernliHallo!
0:49Silvia KittelUnd mein Name ist Silvia Kittel. Die Sandra Heim ist heute nicht mit uns dabei. Das Thema, das ich heute mitnehme oder mit dem ich jetzt beginne, ist ein spezielles Gefühl, und nämlich Scham. Vielleicht ganz kurz, wie kam ich jetzt, wie komme ich jetzt überhaupt dazu? Weil ich mich mit dem in den letzten Tagen recht intensiv beschäftigt habe. Ich hatte ein Coaching mit einer Kundin und die wurde gekündigt, und da ist natürlich ganz viel Ärger und Wut, und es hat sie sehr, sehr, sehr, sehr stark getroffen.
1:28Natürlich jetzt auch die Unsicherheit, was soll sie in Zukunft machen. Aber da war irgendwie im Gespür, da ist doch mehr. Und bis sie dann irgendwann einmal rauskam, dass sie sich so wahnsinnig dafür schämt, dass sie gekündigt wurde. Und wir haben dann halt damit gearbeitet, und, und daraus, sie ist glaube ich ganz gut dann daraus gekommen, aus diesem, aus diesem Thema. Und ich habe mich dann damit beschäftigt, weil ich mir denke, Scham ist ein Tabuthema.
2:02Also wir sprechen nicht über Scham. Und Scham ist auch ein Gefühl, mit dem wir nicht hinausgehen. Mit Wut können wir hinausgehen, mit Trauer können wir hinausgehen, mit Ärger, mit Freude. Also das sind alles, die man hinaustragen können, die wir zeigen können. Aber Scham macht, macht zu, wir ziehen uns zurück. Macht auch ein bisschen einsam, weil wir damit alleine sind, weil wir— das ist ein ganz komisches Thema. Und ich bin jetzt bei der Scham, bin ich aber nicht bei der körperlichen Scham, sondern eher bei diesem: Ich fühle mich nicht gut genug, ich bin nicht so gut wie andere, ich habe nicht das, was andere haben, eigentlich sollte ich anders, besser, schöner, reicher, erfolgreicher was auch immer sein.
2:50Also eher von diesem, mit diesem, und das ganz viel Scham dabei. Und da hängt auch so viel dran. Also auf der einen Seite ist da eine ganz große Angst dabei, nämlich die Angst, ausgegrenzt zu werden, sich zu blamieren. Man ist peinlich, ja, also, und das zeigt man nicht gerne. Man will das nicht, dass sich jemand anderer denkt, bist du peinlich. Das sagen die Jugendlichen, ja, das für die ist das ja das Schlimmste, wenn Jugendliche in die Eltern kommen dann und schmusen sie irgendwie ab.
3:22Du bist ja so peinlich. Also wir lernen das schon sehr, sehr früh, dass wir uns nicht blamieren dürfen, dass wir nicht peinlich sein sollen. Und was natürlich dann noch hinten dranhängt, ist der Wert, den wir uns selbst geben, also diesen Selbstwert. Wenn ich mich natürlich blamiere oder wenn, wenn ich mich für etwas schäme, bedeutet es, dass ich weniger wert bin als jemand anderer. Und das will ich natürlich nicht zeigen, das muss ich verstecken, das muss ich zumachen.
3:56Und eine Folge ist natürlich, dass wir diesem sehr, sehr unangenehmen Gefühl entweichen wollen, entgehen wollen. Also wir wollen, wir wollen dieses Gefühl nicht, das heißt, wir machen ganz viel, dass wir dieses Gefühl nicht fühlen müssen. Ich glaube, viele, oder das ist zumindest etwas, was bei mir, ihr habt vielleicht andere Beispiele, aber was für mich kommt, eben dieses Zurückziehen, Prokrastinieren. Ja, also ich tue Dinge nicht, von denen ich das Gefühl habe, die mich dann dieses Schamgefühl bringen könnten, wo ich mich blamieren könnte.
4:33Gerade im Businessbereich ist das natürlich sehr, sehr oft, dass ich mich nicht zeige, weil ich mich ja dann blamieren könnte, weil das peinlich sein könnte, so wie ich bin, so wie ich rede, so wie ich auftrete. Das also Zurückziehen, Prokrastinieren. Ruminieren, sich verstecken, sich klein machen. Also das sind so auf der einen Seite die Folgen, auf der anderen Seite natürlich auch vielleicht Narzissmus, ja. Also immer dieses, ich muss andere runterdrücken, damit ich scheinbar größer wirke als andere.
5:01Also ganz, ganz viele Verhaltensweisen hängen da mit diesem extremen Gefühl dabei. Und jemand, der dich— also wie habe ich da auch mit der Kundin gearbeitet? Diesen Zwang, dem davonzulaufen oder dem zu entkommen, dem zu widerstehen und einmal da drauf zu schauen. Und das tut zwar wahnsinnig weh im ersten Moment, sich dieser Scham zu stellen und es zuzugeben, dass ich mich gerade schäme, ja, für das, was ich getan habe, was ich erlebt habe, wie ich bin, ja.
5:38Auch sehr, sehr oft. Und es natürlich auch dann zu sehen, als was es ist. Es ist ein Gedanke. Scham braucht eine Geschichte. Es gibt zwar immer noch den Streit, ist es angeboren oder angelernt, aber ganz klar ist es angelernt. Ja, das ist— Tiere empfinden kein Schamgefühl, kleine Kinder empfinden kein Schamgefühl, sondern es taucht auf mit dem Zusammenhang, sobald es das Ich gibt. Also ein Schamgefühl braucht das Ich. Ich schäme mich, ich bin nicht gut genug, ich bin schlechter als andere.
6:21Und solange wir diese Geschichte so stark aufrechterhalten, kommt natürlich dann dieses Schamgefühl, weil ich glaube, ich bin nicht so gut wie andere, ich bin schlechter, dicker, nicht so gescheit, nicht so erfolgreich, was auch immer. Und das braucht immer die Bewertung mit jemand anderem, oder? Also es braucht immer ich und du, ja. Also du bist besser als ich, oder ich bin besser als du, je nachdem in welche Richtung. Also ganz, ganz viel. Und das ist so ein Tabuthema, ist also, das habe ich irgendwie so, wie ich mich jetzt damit intensiv beschäftigt habe, es ist ein, wir zeigen Scham nicht gerne und wir laufen davon, Und auch wieder hin, es ist ein Gefühl, es ist ein Gefühl, es ist ein Gedanke, es ist eine Geschichte.
7:07Wenn wir diese Geschichte, diesen Gedanken nicht haben, dann haben wir auch dieses Schamgefühl nicht. Und auch dieses Schamgefühl darf sein, weil es einfach zutiefst menschlich ist. Also es darf einfach, brauchen uns nicht schämen, dass wir uns schämen. Es ist okay, es ist okay, jeder Gefühlszustand ist okay, und sich zu dem zu stellen und nicht davonzulaufen. So, das war jetzt, glaube ich, ganz, also die Zusammenfassung der letzten Tage, wie ich mich mit diesem Thema Scham beschäftigt habe. Also unglaublich spannend, weil ich so noch nie mir genau und tiefer angeschaut habe. Ich bin gespannt, was ihr dazu habt.
7:57Lea WernliScham. Ich bin ein absolutes One-Trick-Pony, gell, das wisst ihr ja mittlerweile schon alle wahrscheinlich, weil ich immer und immer wieder dasselbe erzähle. Wir fühlen Gedanken von Moment zu Moment, und verrückterweise war die Scham das allererste was weggefallen ist, als ich über dieses Verständnis gestolpert bin. Als ich auf der Bank saß, wie jetzt, sitze auf einer gelben Bank, und gesehen habe, dass ich Gedanken von Moment zu Moment fühle und dass ich nicht meine Gedanken bin, dass ich nicht meine Gefühle bin.
8:47Dass ich die Essenz, das Bewusstsein bin, das denken und fühlen kann. Ich habe mich erfindet. Ich habe Dinge getan, die nicht meinem Wertesystem entsprachen. Und immer wenn ich wieder aufgewacht bin morgens, kam die Schuld und die Scham oben drauf. Und diese Gefühle waren so intensiv, dass ich natürlich erneut, wie du gesagt hast, Silvia, Lösungen für diese intensiven Gefühle der Schuld und Scham gesucht habe. Sei das in Therapie, in Coaching, in Heilung, in Kaufen, Alkohol, Essen.
9:41Um dieses nagende, ätzende, unangenehm empfundene damals Gefühl für einen Moment zu mindern. Und so bin ich in diesem immerwährenden Teufelskreis gelandet und habe wieder Dinge getan, die eigentlich nicht dem entsprachen. Was für mich richtig und gut von hier heraus gewesen wäre. Und das Erkennen, wer ich wirklich bin, wer wir alle wirklich sind, nämlich dieses heile Ganze, Unzerstörbare darunter, und das Wissen um die menschliche Erfahrung ist von innen nach außen geprägt durch Gedanke von Moment zu Moment.
10:43Diese beiden essenziellen Dinge haben die Scham, diese tiefe, jahrelange Scham, tatsächlich in Luft aufgelöst. Heute ist sie eine schnellsten Wegweiser, wo ich bin. Wenn die Scham sich zeigt, dann weiß ich, hoppla, Frau Wendli, du glaubst gerade der Illusion, dass irgendetwas anderes als das Prinzip Tod, Gedanke für deine Gefühle verantwortlich ist. Alles klar. Und es ist so krass und so spitz dass es so schnell mich aufwecken kann zum Moment. Verrückterweise ist das Gefühl der Scham heute einfach eine Farbe des Regenbogens, und es sagt nichts über mich aus, es sagt nichts über meinen Wert als Mensch aus, weil der ist unendlich unzerstörbar, größer als wir alle.
11:58Und wenn ich mit dieser Navigation unterwegs bin, dann ist sie mein bester Freund, die Scham, weil sie ist so knallhart und so fühlbar. Sie ist wunderbar. Und ich weiß, fucking hell, unsichere Gedanken und Gefühle über mich, über den Mensch, über die Situation, über das Leben. Und ich kann zurückkommen zu diesem Punkt, wo ich gerade stehe. Und ich kann meine Fähigkeit erweitern zu fühlen und, und einen Schritt hinein mich lehnen in die Scham, weil dann, dann geht sie durch mich durch.
12:55Authentisches, echtes von innen nach außen Leben ist nicht nur immer ganz einfach. Das ist so. Und das bedeutet auch, dass wir manchmal an Grenzen stoßen. Das bedeutet, dass wir Leute vor den Kopf stoßen, weil sie andere Ideen, Werte und Gedanken haben. Aber wir können niemals die Verurteilung, die Beurteilung, die Wertung eines anderen Menschen fühlen. Es ist schlicht und einfach nicht möglich. Und aber wir können es auch niemals verhindern, dass jemand gerade Gedanken oder Gefühle oder Wertungen hat über uns.
13:47Das tönt nach einer schlechten Neuigkeit, ist aber per se eine gute, weil es befreit uns von der unmöglichen Aufgabe, dass alle Menschen gut über uns denken müssen. Weil die Menschen denken und fühlen, was sie gerade denken und fühlen, und Und wir denken und fühlen, was wir gerade denken und fühlen. Und diese Unterscheidung, die befreit uns. Und in dieser Unterscheidung wird die Scham auch zu einem Gefühl unter vielen. Einfach ein Sau-Cooles, um gerade wieder aufzuwachen zur Illusion. Also ich finde unser Verständnis etwas vom absolut Genialsten gerade in diesem Thema.
14:51Silvia KittelIch will jetzt vielleicht nur ganz kurz rein, falls ihr das Gefühl habt, weil wir manchmal kriegen, dass die Aufnahme nicht so gut ist, die Lea ist gerade draußen und deshalb kann es sein, dass sie ein bisschen schlecht zu hören ist, was aber nichts macht. Weil es eigentlich sowieso darum geht, was sie mitschwingt und das Gefühl da hinein transportiert. Und insofern kein Problem, wenn sie nicht jedes Wort genau verstanden habt. Es geht um das Gefühl, was ihr damit bekommen habt. Entschuldigung, ich wollte dich nicht—
15:24Shailia Stevensnee, mach nichts, mach nichts. Das ist ein guter Hinweis. Ja, wir wollten auch heute eine kurze Episode machen. Ich sage auch nicht mehr so viel dazu, nur einfach so dieses Ein Gefühl von vielen Gefühlen, eine Farbe in dem Regenbogen. Damit möchte ich abschließen, weil ich weiß, für mich aus irgendeinem Grund, und ich habe nicht, glaube ich, sozialisiert gelernt, dass Scham besonders so oder so ist, aber es ist ein Gefühl, wenn es auftaucht in meinem Körper, es gehört zu einem der unangenehmsten Gefühle von allen.
16:04Die es gibt, die ich erlebt habe. Ich habe manchmal, wenn ich mich schäme, fast das Gefühl, ich sterbe von diesem Gefühl. Und es fühlt sich so krass anders im Vergleich zu Traurigkeit oder Wut. Und auch zu wissen, wirklich, wie Lea das beschrieben hat mit dem Regenbogen. Ja klar, weil Grün ist anders als Lila und Lila ist anders als Rot und Rot ist anders als Pink. Scham ist anders als Wut und Scham ist anders als Traurigkeit. Das ist diese unglaubliche Vielfalt von, von Gefühlen, die wir als Menschen erleben können.
16:43Und Scham gehört vielleicht einfach für deinen Körper zu den stärksten. Aber wirklich diese Erinnerung heute, es ist einfach eins von vielen Erfahrungen, die wir als Menschen haben können, und mehr nicht. Punkt, aus. Wir hören uns bei der nächsten Episode von Insights Inside.
17:09Silvia KittelGenau, schönen Tag, tschüss!