Ablehnung oder was denken die andern?

Insights Inside · 30. Juni 2023 · 21:13 Min.
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Ablehnung oder was denken die andern?
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Lea Wernli teilt ihre Veränderung im Umgang mit Ablehnung und der Frage, was andere denken. Sie beschreibt, wie sie früher dramatische Geschichten aus Situationen machte und sich persönlich angegriffen fühlte. Heute erlebt sie deutlich mehr Entspannung, weil sie Ereignisse nicht mehr persönlich nimmt und weniger um sich selbst kreist.

Kapitel

Heute geht es um ein Thema, das uns alle betrifft: Was denken die anderen? Lea wird uns in dieser Folge mitnehmen und uns zeigen, wie sich unsere Wahrnehmung und der Umgang mit vermeintlicher Zurückweisung im Laufe der Zeit verändern können.

Es ist ein weitverbreitetes Phänomen, dass wir uns oft schwer und unangenehm
fühlen, wenn wir alles zu persönlich nehmen und keine Distanz wahren können.
Wir spielen die Ereignisse und Geschichten immer wieder in unseren Köpfen ab
und am Ende sind wir verwirrt und wissen nicht mehr, wie wir reagieren sollen.

Doch wir zeigen dir, dass es einen Ausweg gibt.

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0:03Intro-SprecherInsights Inside. Aha-Momente für mehr Leichtigkeit im Leben, Business und Beruf. In diesem Podcast stehen persönliche Erkenntnisse im Vordergrund unter dem Motto: There's nothing to do, there's something to see. Du entdeckst die 3 Prinzipien hinter dem Leben und lernst, wie mehr Gelassenheit, innere Ruhe und entspannter Erfolg auch für dich möglich sind. Genieße die folgenden Minuten.

0:34Shalia StevensHallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Insights Inside. Mein Name ist Shalia Stevens und das sind meine wunderbaren Kolleginnen, die Silvia Kittil aus Wien.

0:46Silvia KittilHallo ihr Lieben!

0:48Shalia StevensUnd die Lea Wernli aus Zürich. Hallo! Und wir grüßen die Sandra Heim, die heute nicht dabei sein kann. Und ich leite lediglich ganz schnell das Thema heute ein. Es geht um einen ganz neuen Umgang mit Ablehnung. Anerkennung und auch mit dem Thema, was werden die anderen wohl denken, was ein Thema, das sicher für viele noch immer ein Thema ist. Und die Lea wird uns da auf die Reise nehmen von ihrer Veränderung.

1:23Lea WernliJa, genau, das war tatsächlich ein großes Thema für mich und beides. Also ich werde abgelehnt, oder ich bin nicht Teil von, oder ich gehöre nicht dazu, oder jemand will mich oder will mich nicht. Das ist so der eine Teil. Und der andere: Was denken die anderen? Da war ich ganz ambivalent. Ich war ganz lange sehr frei aus meiner Geschichte heraus. Dazu werde ich auch ein paar Dinge erzählen. Und dann plötzlich wurde es für eine längere Zeit sehr wichtig, vor allem weil, weil ein Gefühl von meiner Privatsphäre, meinem Leben nach außen getragen wurde und ich das sehr sehr verletzend und sehr unangenehm gefunden habe über längere Zeit.

2:31Genau, und heute fühlt sich das ganz anders an. Und ich möchte erzählen, warum ich überhaupt darüber nachzudenken begann, oder wie es mir in den Sinn kam. Und es war eine kleine Begebenheit mit einer guten Freundin von mir. Wir sind alle paar Jahre, haben wir uns eine Band angehört, die ist relativ spezifisch, etwas ungewöhnlich. Das ist deutscher, alternativer Indie-Rock, Punk angehaucht, Indie-Rock wahrscheinlich. Aus der Hamburger Schule, die heißen Tokatronic.

3:19Und ich kann keine Texte, ich bin auch nicht wahnsinnig musikalisch, aber die Texte, die kann ich. Die habe ich mit 17 oder 18 oder 19 gesungen und gehört. Ich hatte auch diese Kassetten aufgenommen. Meine Freundinnen, die beiden, haben die mir auch geschenkt, die Kassetten. Und dann sind wir da immer hin und wir sind zusammen gealtert. Mit dieser Band. Die sind nun auch mittelalt, und immer mal wieder, alle paar Jahre, kam die, und wir sind da zusammen hin.

3:56Und dieses Jahr hat meine Freundin an der Vernissage letzte Woche gesagt, wir sind dahin und wir haben dich gar nicht gefragt. Genau. Und ich dachte, oh wow, ihr seid dahin, wie cool! Mega schön, wann war denn das? Und, und habe so gesagt, hey, aber nächstes Mal fragt ihr mich wieder, verdammt noch mal, da will ich mitkommen. Das war's. Auf dem Nachhauseweg dachte ich, ist das nicht spannend? Da hätte mein Kopf, mein Verstand, mein Ego eine große Geschichte draus gemacht früher.

4:48Die wollen mich nicht. Warum haben die die mitgenommen und nicht mich mitgenommen? Ich muss das klären. Was ist denn? Ist da etwas zwischen uns? Hat sich die Freundschaft verändert? Verletzt, zurückgewiesen, bitter. Und all diese Geschichten blieben aus, somit natürlich auch die Gefühle. Wie cool ist das denn? Und so zu sehen, das bedeutet nicht, dass ich ein andermal mich anders fühlen würde, aber der Gewohnheitsmechanismus von damals, der kickt heute nicht mehr in dieser Form ein.

5:44Da kann ich reinfühlen, und ich habe ja auch zum Schluss gesagt, hey, ich will da aber wieder mit, falls ihr mich noch wollt, oder sonst gehe ich alleine, was auch immer. Also das kam natürlich, aber nicht die große Geschichte die allenfalls oder in den meisten Fällen nicht wahr ist. Das ist so dieser Teil. Und wie befreiend, wie viel leichter, wie angenehm. Ein Moment, ein Austausch, etwas, was gerade stattfindet, und dann geht das Leben weiter, ohne dass sich einer von zwei Abende, vielleicht sogar Nächte darüber nachdenken muss oder tue.

6:37Und das Zweite ist, ich bin tatsächlich an einem Ort, in einer Schule zurück. Von dort bin ich vor 8 Jahren in relativ großer Aufwühlung gegangen. Drama, viel Drama, viele Gespräche, viele von mir auch empfundene Ungerechtigkeiten, unfaire Behandlungen, nicht gesehen, nicht gehört werden, Dinge, die richtig anders gemacht werden sollten. So bin ich gegangen, und heute bin ich für, für ein paar Stunden da zurück, und, und da sind viele Erinnerungen, da sind sogar Menschen, die damals da waren.

7:40Und es gab 2 Lager oder mehrere Lager damals, eines eher auf der Seite von einem guten Freund. Es ging eigentlich viel um ihn, der war auch Sonderpädagoge, und mich und die Leitung. Und das andere Lager dagegen. Und, und Leute, es gibt da noch Leute auch von damals, auch von beiden Orten. Und wir alle haben uns verändert natürlich. Und doch spüre ich dass ich für mich von einem anderen, fast anderen Planeten komme heute. Ich kann mich fast nicht mehr erinnern, wie dramatisch das alles war, obwohl ich weiß, ich habe in diesem Zimmer, in dem ich jetzt gerade bin, auch mit diesen wunderbaren, lustigen Jugendlichen und Teenager oft geheult über Mittag, also so sehr große Gefühle gehabt, ist der Unterschied so, so, so groß, dass es wie eine ganz, ganz entfernte, traumähnliche Erinnerung ist.

9:13Was aber passiert, ist, dass tatsächlich auch Menschen mich mit Doppelblicken anschauen oder sagen, was machst denn du hier? Oder ich habe 2, 3 Gerüchte gehört. Über damals oder über mich oder über heute. Und das ist okay. Ich kann sogar hier und heute damit sein, dass es nicht nur angenehm ist, dass es vielleicht etwas Zeit braucht, oder dass es auch eigenartig sein kann für die andere Seite, die da drin geblieben ist und die Geschichte mitgetragen hat und alles allenfalls auch in derselben Form wie damals über mich denkt.

10:13Und auch damit okay zu sein, dass nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen ist, obwohl es sich für mich total anders oder neu oder unbelastet anfühlt, auch tragen zu können, dass es vielleicht für jemand anderes nicht unbelastet ist. Und vielleicht auch nicht sein wird und vielleicht sich aber verändern kann. Und dieses Paradoxe auch Platz hat, auch dieses Und. Es ist besser, anders, neu, leichter, und da hat's allenfalls noch 3 Dinge drin, die nicht gelöst sind, in Anführungszeichen.

11:14Das finde ich gerade total schön und faszinierend, dass ich das halten kann, ohne in den Gewohnheitsgedanken, was denken die anderen, was, was muss ich tun, um das zu lösen, wie da, wie kann es sich sofort anders anfühlen, gefangen zu sein, sondern mit der Geschichte und dem heutigen Sehen und dem Verständnis im Moment, so wie ich hier und heute bin, dort auftauchen zu können. Und das waren große herausfordernde Dinge für mich über lange Zeit. Und sie sind es nicht mehr heute. Und das finde ich enorm hoffnungsvoll für die Möglichkeit der Veränderung für uns alle.

12:21Silvia KittilIch hätte eigentlich eine Frage, also ich hätte jetzt da gar nichts, weil ich glaube, dieses Thema eben, was denken die anderen, also es sind ja so 2 Bereiche. Das eine, die denken nicht an mich, die schließen mich da aus. Das ist ja etwas, was sehr, sehr oft sehr persönlich genommen wird. Und das andere ist so eine alte Verletzung, einen alten Groll, eine alte Kränkung irgendwie mitzunehmen, die aufzulösen. Das kann über Zeit passieren. Aber das Erste, ich glaube, dass das Erste, gerade das Erste, sehr, sehr oft passiert in ganz unterschiedlichen Situationen, ob das jetzt eben Freundinnen laden, nicht eingehen zu einem Konzert, oder im Job oder im Business gibt es irgendwelche Ablehnungen, oder man wird nicht eingeladen, oder was auch immer.

13:20Und die Frage, die eigentlich die ganze Zeit, weil ich glaube, dass viele Zuhörer und Zuhörerinnen da draußen sind, die das immer noch erleben. Und da käme mir so die Frage, was hat sich denn, was würdest du denen denn wirklich irgendwie sagen, bzw. was hat sich denn für dich, worauf schließt du es denn, dass du da jetzt das so anders sehen kannst?

13:52Lea WernliIch glaube, in dem Wort persönlich und unpersönlich ist ganz viel drin. Ich habe mich unglaublich wichtig genommen über sehr lange Zeit. Und nicht Lea ist schuld, dass sie sich so wichtig nimmt, sondern in unserem gesellschaftlichen Kontext von Selbstbeleuchtung, Selbstreflexion, Analyse, in mich gehen, über die anderen nachdenken, über mich nachdenken, über die Werte nachdenken, über richtig und falsch nachdenken. Da war etwas, da ist ganz viel von diesem Um-mich-Kreisen drin.

14:44Obwohl, da, ich fand damals, das hatte eine große Wichtigkeit, das zu tun, und richtig war das auch, um gut in der Welt sein zu können. Aber aus diesem Kreisen heraus, ich, das tönt ein bisschen blöd, aber es kommt mir gerade so, wurde mein Ego unglaublich groß. Das war nicht ein Ego, das das über andere gewertet hat, sondern es war sehr werteorientiert. Aber nichtsdestotrotz ganz viel Ego drin. Und, und, und im Ego ist es immer persönlich. Es geht um mich und um dich und was du mir antust oder über mich sagst oder ich über dich sage oder ich dir antue.

15:46Und Jetzt einfach diese Situation zu nehmen und zu sehen, 2 Freundinnen haben mich nicht eingeladen, Punkt. Die Gründe, vielleicht hatten sie keine Lust auf Lia, das ist total okay. Das könnte mich für einen Moment auch traurig stimmen und zu schauen, oh ja, okay, Punkt. Das Gefühl fühlen und spüren, gibt es da noch was zu tun. Es können aber auch 1000 andere Gründe sein als die, die ich mir vorstellen könnte. Auch wenn ich frage, kann was passieren, und es kann trotzdem noch einmal ein anderer Grund sein.

16:37Also was unser Kopf daraus macht, ist ja am Ende immer, ich bin nicht wert. Und diese Schlussfolgerung, die stimmt nie, weil es sind Dinge, die passieren, und wir sind immer wert, egal was passiert. Und das hat sich verändert, also dieser eine Teil von ich bin bin heil und ganz und nicht gebrochen. So, egal, sogar mit Zurückweisung jetzt, falls das der Grund gewesen wäre. Und der zweite ist, ich, ich, ich, ich, du, du, du, du, du, kreisen, kreisen, kreisen um meinen Nabel, um meine Geschichten, um meine Ideen.

17:33Das hat sich auch verändert. Weil wenn ich dahin gehe, das haben Shelly und ich letztens besprochen, dann drehe ich diesen Regler aber runter und konzentriere mich auf Tee und Freunde und Nichtstun und Bücher und meine Familie und das Leben im Jetzt und nicht meine abgefuckten Geschichten über mich und die Welt. Und dann weiß ich, was zu tun ist. Ich wusste, ich sage meiner Freundin, hey, lass mich aber rein, Punkt. Und wenn sie es dann wieder nicht tut, dann müssen, dürfen wir dann vielleicht sprechen oder auch nicht.

18:17That's it. Also beides, das tiefe Sehen von Essenz, von Heilsein, von lebendigem Leben, Form leer, die man mögen kann oder nicht mögen kann, auch okay. Und das Drehen um die eigene Achse, das Leiserwurde, Wenigerwurde. Und wenn es kommt, es einfach zu fühlen, ohne was damit tun zu müssen. Und das tönt nach Anleitung, ist es aber nicht. Es ist immer wieder sehen, ich bin heil und ganz. Oh, ich bin gerade in Gedanken und Gefühlen. Oh, ich kann zurückkommen in den Moment, und dann weiß ich, was in der Situation zu tun ist. Irgendwann meistens, und meistens ist es nicht so viel. Genau, danke für die Frage.

19:25Shalia StevensVielleicht nur noch zum Schluss, was ich fühle darin, ist so viel Entspannung. Wusstet ihr, dass eines der meistgesuchten Wörter auf Google auf Deutsch ist Entspannung? Menschen wollen Entspannung, und da höre ich so, so wenig Energieverlust. Und, und, und das ist manchmal das, was zu total großer Verspannung führt, ist, wenn man sich verliert in diesen Gedanken über Ablehnung oder nicht Dazugehören oder andere und die Werte, all die Dinge, die ihr besprochen habt.

20:11Da, wenn wir da nicht reingehen, einfach entspannt, die Energie bleibt bei uns, da, da geht keine Energie unnötig verloren. Und das ist wichtig für mich in meinem wunderbaren Leben, diese lebendige Lebenskraft, die wir haben, so gut wir können positiv zu platzieren. Oder das höre ich, die Entspannung. Danke, Lea. Danke, Silvia. Danke euch.

20:44Lea WernliBis demnächst.

20:46Shalia StevensBis zum nächsten Mal bei Insights Inside.

20:50Lea WernliTschüss!

Häufige Fragen zu dieser Folge

Warum nehme ich Ablehnung so persönlich?

Wir nehmen Ablehnung persönlich, weil wir zu sehr um uns selbst kreisen und uns zu wichtig nehmen. In unserer Kultur der Selbstreflexion und Analyse kann das Ego gross werden, auch wenn es werteorientiert ist. Wenn wir erkennen, dass wir immer wertvoll sind, unabhängig davon, was passiert, können wir Situationen sachlicher betrachten. Es gibt meist viele mögliche Gründe für das Verhalten anderer, die nichts mit unserem Wert zu tun haben.

Wie kann ich aufhören, mir Gedanken zu machen, was andere denken?

Der Schlüssel liegt darin, weniger um die eigene Achse zu kreisen und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Statt in Gedankenschleifen über mögliche Gründe und Interpretationen zu verfallen, kannst du dich auf konkrete Dinge konzentrieren wie Freunde, Familie, Bücher oder einfach das gegenwärtige Leben. Wenn die Gedanken kommen, darfst du die Gefühle spüren, ohne sofort etwas damit tun zu müssen. Meistens ist dann klar, was wirklich zu tun ist, und das ist oft weniger als gedacht.

Kann sich der Umgang mit Ablehnung wirklich verändern?

Ja, die Veränderung ist möglich und kann sehr tiefgreifend sein. Gewohnheitsmechanismen, die früher automatisch Drama und negative Geschichten produzierten, müssen nicht für immer bestehen bleiben. Wenn du erkennst, dass du heil und ganz bist, unabhängig von äusseren Ereignissen, und lernst, im Moment zu bleiben statt in Gedankenschleifen, wird vieles leichter. Diese Veränderung bringt enorme Entspannung und Energiegewinn mit sich.

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