Folge 3: Erwachen hat viele Gesichter – Tiefgründiges Gespräch mit Nicole Bailer

Abenteuer Leben · 10. November 2024 · 39:18 Min.
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Folge 3: Erwachen hat viele Gesichter – Tiefgründiges Gespräch mit Nicole Bailer
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Nicole Bailer und Lea Wernli sprechen über verschiedene Wege des Erwachens und wie Bewusstsein im Alltag erfahrbar wird. Lea erzählt von ihrer Reise vom suchenden Kind zur transformativen Coachin und ihrem Erwachungsmoment mit 40 Jahren. Sie diskutieren die Rolle von Gedanken und Denken, wie wir unser Leiden selbst erschaffen und warum Erwachen nicht einem bestimmten Muster folgen muss.

Kapitel

In der dritten Episode von „Abenteuer Leben“ erwartet dich ein inspirierendes Gespräch mit Nicole Bailer, Host des Podcasts „Erwachen hat viele Gesichter“. Wir sprechen über Erwachen, Bewusstsein und Selbstfindung, sowie über die vielen Wege und Facetten, wie Menschen ihr inneres Wachstum erleben können. Nicole und ich diskutieren die Herausforderungen, die mit der Reise zu einem bewussten Leben einhergehen, und teilen wertvolle Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis des Coaching und der spirituellen Entwicklung.

Erfahre, wie Bewusstheit uns helfen kann, Frieden und Erfüllung im Alltag zu finden, und wie unser Leben durch Präsenz und Neugierde an Tiefe gewinnt. Diese Episode ist ideal für alle, die sich für persönliche Transformation, Selbstbewusstsein und die Erforschung neuer Perspektiven auf das Leben interessieren.

Höre gerne rein und entdecke dein eigenes Abenteuer Leben – voller Wachsamkeit, Tiefe und Freude!

Der Podcast Awakening Has Many Faces von Nicole Bailer ist normalerweise in englischer Sprache. Wenn du neugierig geworden bist, dann höre unbedingt auch bei ihrem Podcast rein:
https://open.spotify.com/show/3KSYLDNbVd3NmXubaW4U2C?si=7ba9e6429a00488b

 

Begib dich mit mir, Lea Wernli, auf eine spannende Reise, bei der wir gemeinsam die Geheimnisse von innerem Frieden, liebevollen Verbindungen und einem Leben voller Freiheit, Weisheit und Freude entdecken. „Abenteuer Leben“ ist dein Wegweiser zu einem authentischen und erfüllten Leben, in dem du ganz du selbst sein kannst.

Hi, ich bin Lea Wernli, Coach und Mentorin. Auch wenn ich nicht gut sehe, bin ich eine grossartige Zuhörerin. Nach einer tiefen Einsicht in unsere spirituelle Natur habe ich mich wieder neu ins Leben verliebt. Mit viel Liebe (manchmal auch tough love und ein paar guten Flüchen) begleite ich Menschen auf ihrem Weg zu ihrer wahren Natur. Für mich ist Authentizität ein grosser Schlüssel zu einem freien und inspirierten Leben. Ich liebe Kaffee und gute Geschichten.

Im „Abenteuer Leben“ teile ich (und meine Gäste) Geschichten, Einsichten und Inspiration, um dir zu zeigen, wie du ein grossartiges Leben voller Freude und Gelassenheit führen kannst. Für mich geht es darum, alles intensiv und mit vollem Herzen zu erleben – immer frei, immer authentisch.

 

Ich freue mich über deine Kontaktaufnahme:
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mail@leawernli.ch
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0:02Nicole BailerSo, hallo ihr Lieben, das ist eine Premiere. Heute gibt es die erste Episode auf Deutsch und ich habe einen wunderbaren Gast bei mir heute, die Lea Wernli. Wir kennen uns jetzt schon einige Jahre und wir haben uns auf allen möglichen Ebenen schon begleitet, begleiten dürfen, und ich freue mich wahnsinnig, dass sie hier ist. Lea, wenn du dich ganz kurz allen vorstellen möchtest und uns sagst, wer du bist, für die, die dich noch nicht kennen.

0:31Lea WernliJa klar, vielen Dank für die Einladung, Nicole. Ich habe mich total gefreut, hier zu sein heute. Ihr hört es schon, es ist nicht Deutsch, es ist zwar Deutsch mit Akzent, es ist Schweizerdeutsch, der Akzent. Ich komme aus der Schweiz, ich bin tatsächlich in den Bergen, in der Niederbergengegend geboren und wohne heute in Zürich mit meiner Familie. Und ich bin transformativer Coach, Mentorin. Ich komme aus der Sonderpädagogik, aus der Pädagogik ursprünglich, und heute begleite ich Jugendliche, Erwachsene, Führungspersonen, Führende, eine ganze Breite von Menschen In allen Lebenslagen.

1:23Nicole BailerGenau, sehr, sehr schön. Und ihr hört schon raus, also es ist wirklich eine ganze Bandbreite, was Lea abdeckt. Und ich finde, das Leben, das ist nicht nur eine Sorte, sondern es gibt so viele verschiedene Facetten in unserem Leben. Und ich durfte Lea auch schon als Coach an meiner Seite haben, und es ist wirklich wunder-, wundervoll, was sie tut in der Welt. Und ich finde, das ist eine super Überleitung zu unserem Podcast, denn er heißt ja auf Deutsch übersetzt: Das Erwachen hat viele Gesichter. Und Lea, erzähl uns einfach, was bedeutet Erwachen für dich und wie war deine Reise bisher?

2:02Lea WernliJa, ohne dass ich da irgendeinen Anspruch auf Wahrheit habe, absolut nicht, die ist ja immer super subjektiv, glaube ich, dass wir alle auf einer Reise hin zu erwachen sind, dass wir eigentlich total wach wären und aus irgendeinem Grund dieses Abenteuer Leben gewählt haben, um da etwas einzuschlafen und dann vielfältige, spannende, wilde, eigenartige Erfahrungen zu machen, um unser Bewusstsein eben zu vergrößern vielleicht. Und dass es immer jedes Leben eine Heldenreise für sich darstellt, jedes Leben aus tausendfachen kleinen und großen Erwachungsmomenten besteht.

3:08Und ich glaube, das, was wir gemeinhin also erwachen bezeichnen, sind die Momente, die wir mehr oder minder bewusst wahrnehmen, dass wir präsenter sind, dass wir Bewusstsein spüren, dass wir etwas neu sehen, also von Traum zu lebendigem Leben vielleicht. Genau, bei mir, ich war glaube ich ein waches Kind, wenn man dem so sagen kann. Ich habe gesehen, mehr gespürt, mehr. Ich habe, ich war unglaublich neugierig auf Abenteuer Leben in all den Facetten.

3:55Und ich glaube, das Spannende ist, ich hatte nicht nur eine perfekte Kindheit, aber ich hatte unglaublich viele wunderbare Verbundenheiten verbundene schöne Momente habe ich gelebt. Das war ja mein Leben. Und ich kann mich aber tatsächlich an bewusst erwachte Momente auch als Kleinkind und Kind und auch Jugendliche zurückerinnern. Das bedeutet auch dieses Einssein mit Natur, mit Materie. Das habe ich gespürt. Ich habe Menschen, die nicht mehr da waren, wahrgenommen.

4:42Ich habe so, so, die Trennung war für mich nicht ganz so klar. Und dann habe ich entschieden, dass das nicht so wirklich cool ist und dass das definitiv nicht zu mir gehören sollte als sehr coole junge Erwachsene. Und habe diesen, diesen Teil mehr oder minder ignoriert. Was aber spannend ist, dass ich den auf anderen Wegen trotz allem immer gelebt habe, sei das durch ekstatische Tänze oder bewusstseinserweiternde Dinge oder tief in die Psychologie damals einzutauchen oder Philosophie.

5:34Eigentlich, auch wenn ich jetzt sage, der, der so erwachte Spirit oder der wache spirituelle Teil, der hat sich dann einfach verlagert und da wieder Eingänge gesucht, weil ich, weil ich ihn dort gar so easy zulassen konnte. Und da begann aber auch das Leiden, mehr oder minder. Habe zu denken begonnen, ich habe ihr gedacht und analysiert und, und mehr und mehr gelitten an der Welt, an mir, an der Geschichte, an den Dingen, die nicht okay waren. Da habe ich zu suchen begonnen, und anstatt zu sehen und inside, also in mir, die Gesicht zu finden, habe ich im Außen gesucht, aber schon auch in der Psychologie, Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung.

6:40Und mit großer Wahrscheinlichkeit hat es da ganz viele Ebenen gegeben, die hilfreich waren, unumstritten, und die mich auch wieder erinnert haben Aber der nächste oder größere bewusste Wiedererinnerungsmoment, der war mit 40. Also da waren dann 20 Jahre Suchen, Finden, lebendiges, wildes Leben mit auch tatsächlich versteckten oder schattigen Seiten. Ich hatte Familie, Karriere, Ich war erfolgreich, auch mit einer tiefen verbundenen Beziehung. Aber immer wenn ich, wenn es zu viel wurde und ich eben nicht genug auf das, was ich eigentlich hätte hören sollen, gehört habe, dann habe ich aus dieser Überforderung, nicht die Gefühle fühlen zu wollen, zu viel getrunken und gegessen oder gekauft.

7:56Also ich war, da gab es so diesen, diesen Teil, der immer wieder in dieses eigentlich unglaublich tolle Leben reinkam. Und auf dieser Suche eben von medial zu energiepsychologisch über Coaching, all diese Tools und Dinge, die cool und hilfreich waren, bin ich dann über euch— ich glaube, Nicole war ein Erster, warst einer der Erstkontakte damals— zu Shelia Stevens gekommen, weil ich selbstständig wurde. Nach all den Dingen, die ich tat, habe ich natürlich 15 Ausbildungen gemacht, Beratung und Coaching und Lösungsorientierung und Systemik und so weiter.

8:49Ihr könnt euch vorstellen, und wurde selbstständig als ganzheitlicher Coach und dachte, diese Celia, die weiß was mit diesem Online-Bums. Und dann habt ihr mir als Willkommensgeschenk ein Buch von Michael Neal geschickt, The Space Within, und der hatte sowas von gar nichts mit Marketing zu tun. Schon all die Bücher kannte, dachte ich, habe ich dieses Buch liegen lassen. Und eines Abends, als ich alleine war, habe ich es durchgelesen. Und einfach noch mal als Vorwarnung: Jegliche Erwachung ist okay.

9:41Meiner tönt ein bisschen nach Big Bang. Werde dann auch noch was dazu sagen, weil es nicht nur immer das Richtige ist, was wir glauben, dass alle das haben müssen. Aber es war so, ich bin mitten in der Nacht mit dem Buch auf mir erwacht, mit der Seite aufgeschlagen, und dort stand: Wir sind alle Wir sind keine Menschen, sondern spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. Und was ich hörte in mir, oder was ich spürte in mir, war: Wir sind ein Bewusstsein, das menschliche 8 Milliarden, 8,5, 9 Milliarden menschliche Erfahrung macht.

10:34Also ich hatte eine Erinnerung an All-Oneness-Büro. Genau, und dort bin ich dann so in einen Fluss der Erkenntnisse und Einsichten und Aha-Momente gefallen, der eigentlich nicht mehr aufgehört hat seitdem, und mein Leben im Innen komplett verändert hat. Und das hat natürlich immer auch Einfluss auf das Außen. Aber ich hatte schon die tollsten Kinder und den besten Mann und das coolste Haus und den super Vater. Also da, aber ich konnte sie sehen. Genau, das ist so die Geschichte. Die sich manchmal so gut erzählt.

11:32Nicole BailerIch habe Gänsehaut, so, so schön. Und ja, es tönt für mich in vielen Punkten so ähnlich zu meiner Geschichte, dieses ewige Suchen, dieses irgendwann so müde sein vom Suchen, weil jede Woche gefühlt kam irgendjemand um die Ecke und hatte dann scheinbar die Lösung für mich. Und Ich weiß nicht, ob es dir auch so ging, man hat dann immer diese Hoffnung, das fehlende Puzzleteil jetzt endlich zu finden, und jetzt dieser eine Kurs noch, jetzt dieses eine Coaching noch, bis es dann letztlich wirklich zu dem Punkt kommt, den du beschrieben hast, so, nein, es ist alles schon da.

12:16Nach innen schauen, es ist alles bereits da. Aber damit ist auch eine gewisse, eine gewisse Angst verbunden. Also ich höre das von ganz vielen meiner Kundinnen z.B. so, es kann nicht so simpel sein. Kennst du das? Kommt dir das auch öfters zu Ohren?

12:37Lea WernliIch, ich weiß, was du meinst. Und, und dies, dieser Teil in uns, der ja so unglaublich konditioniert ist, dieser Verstand, der tut was auch immer er tut, der denkt, was auch immer er denkt, der möchte Probleme lösen, weil das ist seine Funktion. Und ich glaube, ein unglaublich etwas mega Hilfreiches ist auch, diesen Verstand mitzunehmen, also den an der Hand zu haben und zu wissen, hey, du bist cool, danke, dass es dich gibt. Und dass du so versucht hast, hilfreich zu sein über all die Jahre.

13:23Und du musst nicht weg sein, du darfst dabei sein und da sein. Und ganz oft ist fast die leichtere Tür, sage ich mal, bei Menschen, etwas hören zu können über das Denken. Also das waren, war die zweite Einsicht nach, wer wir wirklich sind in der Essenz, eben Bewusstsein, Liebe, das Göttliche, Seele, wie auch immer, oder die Hörerin das für sich definiert. Auch zu sehen, wir, wir fühlen das Prinzip Gedanke von Moment zu Moment an, sogar für andere wird es als Energie bezeichnet.

14:13Das ist dasselbe. Es ist das, was durch uns fließt von Moment zu Moment, aber nicht den Autofahrer oder das Kind oder den mühsamen Typen da an der Kasse. Und das war lustig übrigens, Nico, das war wirklich die zweite Einsicht, und die war morgens nach dieser Nacht. Ich war wieder als Mensch nach diesem— ich stand Stunden in diesem Raum und ich war müde. Ich kam so zurück auch in das Menschsein. Und meine Jungs hatten gestritten vor der Tür und ich, und ich habe geweint, weil ich— es war auch diese Erschöpfung und Loslassen spürbar.

15:01Und dann kamen die konditionierten Gedanken: Ich bin eine schlechte Mutter. Und die streiten, und warum tun die das? Und dann habe ich gesehen, ich fühle nicht die Jungs, ich fühle meine Gedanken denken über die Situation jetzt gerade. Und dort reinzugehen und, und dort zu so hinzuzeigen, ist oft so ein bisschen leichter, den Verstand zuerst noch mitzunehmen und zu sagen, denken, denken. Und ich habe jetzt gerade bei Joseph Nguyen, cooles Buch, Glaub nicht alles, was du denkst, geht natürlich um die Prinzipien, von denen her ich in diese Richtung denke.

16:00Zeige, die 3 Prinzipien von Sydney Banks. Und der hat so eine Unterscheidung so cool beschrieben, und die ist so toll für den Verstand. So, der Gedanke als Nomen, Denken als Verb. Und so das Prinzip Gedanke zu beschreiben Im Sinne von ein Gedanke, der dir kommt. Und er hat ein Beispiel gemacht: Überleg dir mal, wie viel du verdienen wollen würdest im Jahr, einfach so. Und dann, was hast du für eine Zahl? Und dann 250.000. Boah, das wäre ja cool, schön!

16:51Und dann hat er gesagt Und jetzt multipliziere die mit 5. 5, 1,25. Oh Gott, 1,25 Millionen! Oh, wie mache ich denn das? Und wieso spinne ich? Nein, wie soll denn das? Und diesen, dieser Unterschied zu spüren von Gedanke, der kommt, und Denken über. Und dort leiden wir als Menschen. Wir leiden am Denken, am Verb. Wir leiden in der Beziehung zu unserer Energie, zu unserem, zum Gedanke, der einfach kommt und wieder geht. Und dass diese Tür, die ist oft etwas einfacher für die Menschen, die eben leiden oder Stress haben oder, oder sich besser oder leichter fühlen wollen. Pardon. Und dort zuerst mal reinzugehen.

17:54Nicole BailerStimmt. Und ich hatte gerade ein wunderschönes Bild vor Augen, diese Bandbreite, diese, diese Fülle. Meine Intention mit diesem Podcast war, den Menschen zu zeigen, dass egal wo sie gerade stehen, es ist nichts verkehrt, ob ob sie vom Weg des Yoga kommen, Atemtechniken, egal. Du hast ja selber gesagt, wir haben alle so viel Ausbildungen und Dings zu Beginn gemacht. Nichts davon war falsch. Und das wirklich sehen zu können und den Menschen mitgeben zu können, weil viele denken sich dann, oh Gott, ich habe die völlig, den völlig falschen Ansatz gehabt.

18:36Ich habe Nehmen wir die 3 Prinzipien. Du bist auch auf einem— du hattest deinen Weg bis dahin, und dann kamen die Prinzipien in dein Leben. War bei mir ja genauso. Und bei mir sind die noch viel länger einfach so nebenbei geflossen. Ich habe einfach mitgekriegt, okay, macht es alles wunderbar. Ich habe mich nie damit beschäftigt. Und jetzt so viel— ich habe 8 Jahre später, jetzt habe ich zum ersten Mal ein Seminar besucht mit den 3 Prinzipien. Und für mich ist es nicht wichtig, das zu benennen, dass ich die 3 Prinzipien anwende.

19:12Für mich, ich erkenne einfach die Wahrheit dahinter, dieses einfach, diese, diese simple, einfache Wahrheit, die uns aus diesem Leiden befreit. Und es ist so wundervoll auf der einen Seite, und auf der anderen Seite weiß ich, es ist genau der richtige Zeitpunkt. Also richtig, ich habe die Zeit gebraucht bis hierher. Ich hätte das Verständnis vor 5, 6 Jahren vielleicht, ich hätte es einfach nicht annehmen können.

19:40Lea WernliIch glaube auch, es gibt überhaupt kein Richtig und kein Falsch. Und wie du das beschreibst, es ist ja immer das lebendige Leben durch dich. Und keine Ahnung, ob alle Menschen Bewusstsein suchen? Wahrscheinlich nicht. Viele wollen weniger leiden, mit großer Sicherheit. Und, und ich bin, ich bin so etwas zweigeteilt, habe zwei Seelen in meiner Brust. Und diese Zweiteilung, zu sagen, ich stimme dir total zu, dass es Wahrheit ist und wir in der Essenz eben diese Liebe oder dieses lebendige Leben, der universelle Geist, sind.

20:37Und dass wir denken und fühlen und manchmal ein bisschen chaotische Durcheinandergeschichten mit diesem Denken-Zeugs machen und glauben, das sei wahr. Wo ich zwei Seelen habe, ist Soll es benannt werden oder nicht? Ich konnte es einfach erst durch die Benennung hören. Also hatte es, hat es was in der Art und Weise, wie das eben Sydney Banks tatsächlich vielleicht neu interpretiert durch sich als großen Aha-Moment hatte? Und dort, diese Beschreibung habe ich in keiner Lehre gefunden davor.

21:27Also wirklich diese ganz klare Unterscheidung von Gedanke und Denken. Und, und ich glaube, vor allem für die westliche Welt, ich würde niemals, keine Ahnung, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht für die ganze, aber für eine westliche Welt, die unglaublich viel Wert auf Analyse und Analytik und Denken und Gedanken legt, hat es dort einfach, kann es eine Kraft haben, die viele Menschen hören können. Somit, dort bin ich so manchmal etwas zweigeteilt.

22:08Gleichzeitig mag ich Dogmatik nicht so sehr, das hat meiner rebellischen Natur. Ich hätte meinen Podcast fast Ruhestifterin genannt, weil ich, weil ich doch schon auch Unruhestiftungsanteile habe. Und es gibt, ich habe das lustige Feedback, Nicole, ich habe glaube ich, ich habe viele Feedbacks bekommen, aber ehrlich gesagt, die Hälfte der Feedbacks war, dass es sie gar nicht so interessiert, was erzähle, dass sie einfach die Ruhe in meinem Podcast mögen.

22:49Also er heißt jetzt nicht Ruhestifterin, aber hätte gepasst. Also in dem Sinne, immer wieder auch da reinzuspüren, was ich gerade finde, und das kann sich aber auch immer wieder verändern. Und das freut mich natürlich unglaublich, dass dass diese Schritte für dich in diese Richtung zeigen. Weil ich glaube tatsächlich, es hat in diesem Verständnis eine Tür mehr noch leichter irgendwie. So, ja, das stimmt.

23:29Nicole BailerUnd dieser, dieser Friede, ich meine was, was sich über die Jahre jetzt von deiner Tasse, die du mir vorhin kurz gezeigt hast, von dem Buch, das Shelly und ich dir zugeschickt haben, was sich daraus ergeben hat. Ich meine, du hast jetzt deinen ersten eigenen Podcast, du machst einen in Englisch mit Shelly, ihr habt den deutschsprachigen Leichter Leben Podcast. Nichts davon war geplant, nichts von dem war also offensichtlich geplant, nichts von dem es musste so kommen, aber es war im Fluss.

24:07Das Leben konnte einfach durch euch alle, durch uns alle hindurchfließen. Jeder hatte seinen Anteil an der Geschichte. Und ich finde, es ist so, das nimmt so viel Druck auch aus den Menschen, wenn man ihnen sagt, mit dem Leben zu gehen bedeutet nicht, dass man irgendwie unter der Brücke landet, weil man nichts mehr plant. Ich finde im Gegenteil, das Leben hat dann erst wirklich die Möglichkeit, sich voll und ganz mit all dem Potenzial zu zeigen, oder?

24:38Lea WernliIch finde das mega cool, dass du das ansprichst, Nicole, weil ich glaube auch, dass am Anfang kann es durchaus sein, weil jemand saumäßig müde ist von diesem vielen Denken, dass mal eine Pause kommt. Das ist tatsächlich öfter so. Oder das Leben eben sagt, hey, chill, alles ist gut. Das habe ich schon oft erlebt. Und danach, was das Megacoole ist, ist, dass wir diese inspirierten Ideen, diese Momente, diese Gedanken, die uns in den Sinn kommen, diese Synchronizitäten wahrnehmen können, wir nicht mehr in unseren Gedankenstürmen gefangen sind.

25:29Und dann heißt es aber, Dinge zu tun. Also es gibt nicht nichts zu tun, es gibt sehr wohl sehr viel zu tun, was du aber gerade Lust hast, was durch dich in die Welt will. Und natürlich sind wir hier, um Fertigkeiten und Fähigkeiten uns anzueignen, Dinge auszuprobieren, probieren, auf die Nase zu fallen, weiterzugehen. Aber aus, aus diesem nicht denkenden State ist es einfach viel lustiger, einfacher und spannender.

26:07Nicole BailerJa, ja, ich sehe immer wieder dieses Bild von so einem riesigen Sandkasten, wo wir als Erwachsene drin sitzen und das Leben einfach spielen. Das natürlich, wie du sagst, wir wollen alle gewisse Dinge lernen, wir wollen gewisse Dinge umsetzen, aber die Foundation ändert einfach alles. Wenn ich von diesem Punkt komme von wow, einfach mal schauen, was zeigt das Leben mir heute, und damit gehe, ist es ein ganz anderes, sagen wir mal, eine neue Sprache lernen, wie wenn ich jetzt irgendwann aufwache und denke, oh mein Gott, meine Nachbarin hat jetzt eine neue Sprache gelernt, ich fühle mich jetzt total, ich muss auch, ich ich will da mithalten, wie es in der Gesellschaft ja oft ist, man dieses Vergleichen.

26:50Es ist eine völlig andere Herangehensweise und Lebensweise.

26:55Lea WernliJa, und ich glaube, das, was du sagst, das ist dieses eben inspirierte Ziel oder dieses inspirierte Handeln. Und es gibt Leute, die sehen das relativ klar, dass da will ich, das will ich, und andere, die die sind so, let your body be moved by whatever, und alles und beides richtig. Die Frage ist genau, was du sagst, von wo kommt es? Dort bin ich aber auch etwas weit, noch weiter geworden, im Sinne von sogar der Neediness, auch unser Ego, auch unser, oh, ich will das aber, und durchaus Berechtigung, weil wir sind als gesamtes Wesen richtig.

27:48Und auch dort so ein bisschen gelöster zu werden und zu spüren, ich will jetzt das mal schauen, wie denn das gehen könnte, kann durchaus ein Spiel sein, dass das spielbar ist, wenn es nicht zu mehr Leiden führt. Sonst macht es ja nicht wirklich Spaß.

28:07Nicole BailerJa, das stimmt. Also ich habe das auch in den letzten Wochen und Monaten verfolgt mit dem, was so in meiner, in meiner Blase um mich rum los war. Viele haben sich auf einmal Gott zugewandt, also Gott im Sinne von biblisch und religiös und so weiter, und haben da dieses Ego total verteufelt, also im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich habe dann aber auch immer wieder eingeworfen, ist so, aber wenn Gott alles ist, dann gehört es dazu.

28:36Lea WernliAlso wir können jetzt sagen, aber natürlich voll, also, und diese Anteile in uns, und trotzdem als Menschen Dinge cool oder nicht cool zu finden, ja, beides, oder zu sehen, was es ist, zu sehen, von wo es kommt, und ich darf Pistazieneis mögen, mehr als Himbeer. Okay, bei dieser Gleichzeitigkeit, die, die wir sind, für die eigentlich gemacht. Wir haben nur, wenn wir unsichere Gedanken und Gefühle haben, glauben wir, dass wir nicht dafür gemacht sind.

29:23Nicole BailerWie nimmst du das wahr, weil du arbeitest viel mit Jugendlichen? Was würdest du sagen, ist der größte Unterschied zwischen Arbeit mit Jugendlichen und Arbeit mit Erwachsenen?

29:38Lea WernliAlso auch hier eine Gleichzeitigkeit. Oft sind sie super mega krass investiert in ihr Drama, also halt wirklich, da kommen die Selbstverletzungsgeschichten, da kommen die Körpergeschichten, Magersucht und so weiter hinzu. Also da ist ganz viel. Sie glauben ihre Gedankenstürme, nehmen die unglaublich ernst und greifen dann manchmal zu drastischeren Mitteln als wir vielleicht. Und gleichzeitig sind sie schneller wieder zurück. Also das finde ich super spannend.

30:24Und die haben einen ausgeprägten Bullshit-Detektor. Also nicht präsent bin, wenn ich irgendwas rumlabere, dann vergiss es, dann sind die weg und das interessiert sie nicht die Bohne. Das ist schon mal sehr cool. Die machen mich zu einem viel besseren Coach. Und irgendwie hören sie es. Ihre Weisheit, die ist nicht so verdeckt, die ist relativ nahe unter der Oberfläche, auch wenn es von außen überhaupt nicht so aussieht. Das finde ich sehr hoffnungsvoll, sehr gut.

31:09Wow, so Veränderung in manchmal no time. Und die Erwachsenen haben manchmal Angst vor der Geschichte, über ihr Leid loszulassen, weil sie 20 Jahre aufgrund von dieser Geschichte im Leben unterwegs waren. Und das Ego findet das super, super schwierig, dort loszulassen.

31:39Nicole BailerJa, ich denke, da ist die Identifizierung einfach viel, viel stärker.

31:43Lea WernliJa, ja, das, da ich erlebe Menschen, die wirklich stark leiden oder schon viel gesehen haben und einen brutalen Lust auf Kreation haben, also so ein bisschen in den Extremen, die, die gehen da auch rein, oder die sind irgendwie bereit. Und Menschen, die relativ viel gewuppt haben und dem Verstand viel beimessen, dort braucht es manchmal etwas länger. Aber ich glaube, wenn wir einfach in die Richtung schauend unterwegs sind, passiert über kurz oder lang etwas. Es kann nicht mehr passieren. Ja, das ist schön.

32:34Nicole BailerIch finde, es gibt total viel, wie du sagtest, auch Hoffnung und Mut. Weil ich finde es immer schade, wenn ich mich umhöre. Ich meine, meine Tochter ist in der Pubertät, die ist 14, und egal wo man hinhört, dieses Pauschale, ja, mit der Generation ist nichts mehr anzufangen, mit der Generation, das wird alles noch viel schlimmer. Und ich denke, warum seid ihr denn— also klar, die meisten sind nicht bereit, bei sich selber hinzuschauen, weshalb sie dann vermutlich auch nicht bei ihren Kindern oder Enkelkindern hinschauen wollen.

33:02Aber ich finde es so schade, das so vermehrt zu hören, wenn sie ja über diese Jugendlichen, heutigen Jugendlichen— ich meine, die haben auch mit ganz anderen Themen umzugehen wie die andere Generation damals oder wie wir schon. Also ich finde, es gibt Mut, was du sagst.

33:22Lea WernliJa, und ich glaube, es gibt dort etwas Lustiges auch. Die Jugend ist immer ein Sturm, oder? In jeder Generation ist die Jugend ein Sturm. Also wahrscheinlich im 18. Jahrhundert, dann hatte die Jugend komische Hosen an, und im 19., oder? Also die Jugend ist ein sehr konditionierter Gedankensturm der Menschen, und ich glaube, jede Jugend trägt wieder neue Hoffnung und neue Dinge und neue Möglichkeiten in die Welt.

33:58Nicole BailerJa, ich finde, man könnte das Wort auch ersetzen, dieses Jugend, mit neuem Wissen, mit neuer Weisheit. Natürlich ist dann an der, ich sag mal Anführungszeichen, alten Generation, wie bereit sind wir denn, uns zu öffnen für neue Level an Einsichten.

34:20Lea WernliJa, und das, was du sagst, ist wirklich so. Ich bin auf Augenhöhe. Die sehen, die wissen, die haben genau dieselbe Weisheit wie wir, genau dieselbe, oder eben sogar noch eine wildere andere. Aber die ist einfach durch uns alle, Babykinder, Jugendliche, junge Mittelalte, Ältere, alle. Das macht uns ja gleich fertig, und das hat aber ein immenses Potenzial. Ohne, das heißt nicht, dass wir jegliches Verhalten okay finden müssen. Ja, also das Verhalten, dass Menschen meistens Wenn sie in der Aufwühlung sind, haben sie To-go-Verhalten, und da gibt es Dinge, die sind nicht okay.

35:17Und es gibt natürlich auch Dinge, die wir als Gesellschaft nicht wollen oder tragen können etc. Das ist keine Frage, aber zu sehen, von wo es kommt und wie wir funktionieren, das macht einen Riesenunterschied.

35:35Nicole BailerJa, ich würde gern, bevor wir zum Ende kommen, würde ich gerne den Satz, den du ganz am Anfang gesagt hast, noch mal aufgreifen. Dass es tönt bei dir, wie wenn es bei deinem Erwachen diesen großen Bang gegeben hätte, dass es aber nicht bei allen so sein muss. Ich würde dich einfach bitten, dass du uns darüber noch was erzählst.

35:58Lea WernliJa, ich merke ja manchmal, dass dann die Leute das Gefühl haben, so muss es bei mir auch sein. Und es gibt kein Richtig oder Falsch, und jeder ist auf seinem ganz individuellen Weg des Sehens, Menschseins, Unterwegsseins, Erkenntnisse haben. Und jeder Weg ist genau der richtige, ist perfekt. Und es gibt Leute, die haben Tausende an kleinsten Dingen, die sich zu fügen beginnen, und, und die die bewegen sich in die Richtung und spüren mehr und mehr und mehr.

36:35Und das hat eine Qualität, und das hat eine Sanftheit auch darin, die unglaubliche Tiefe erzeugen kann. Das, und das ist ein ganz, ganz anderer Weg, und der ist gleichwertig. Diese Wege sind gleichwertig. Mit dem Wissen, ihr alle da draußen, wir alle gemeinsam, wir sind es schon. Ob wir es spüren, sehen, wahrnehmen, im Bewusstsein haben oder nicht, ist gar nicht so verdammt relevant. Und das finde ich auch unglaublich hoffnungsvoll.

37:17Nicole BailerJa, ja, ist ein wunderbarer Gedanke zum Abschluss. Es nimmt so viel Druck aus dem Sein, weil man eben so viel Erwartungen loslassen kann. Und ich glaube, wenn wir wirklich uns erlauben, diese ganze Erwartungshaltung, ob sie nun von uns direkt stammt oder aus unserem Umfeld, Gesellschaft, was auch immer, dann können wir wirklich den Kern sehen, wer wir wirklich sind, und können das Leben spielen. Danke dir von ganzem Herzen für deine Zeit. Es war ein schönes Gespräch.

37:52Lea WernliGleichfalls.

37:54Nicole BailerGibt es noch, wenn du sagen würdest, ein, zwei Sätze, das möchtest du unbedingt meinen Hörerinnen mitgeben, was, was wäre das gerade im Moment?

38:04Lea WernliJa, ich glaube tatsächlich, damit zu spielen, zu experimentieren. Geh in dein Leben, schau mal, Spüre ich Gedanke von Moment zu Moment oder tatsächlich mein Kind? Also warum ist dann einmal ein gutes Gefühl und einmal ein schlechtes Gefühl, wenn das Kind da ist? Spannend. Und wieso mit einer Neugierde einfach wirklich, glaub mir keinen Scheiß, sondern schau für dich und, und hör dahin und beobachte, was du da siehst, weil das ist der coole Teil daran. Und die Neugierde reicht, die reicht.

38:54Nicole BailerSo schön, vielen, vielen Dank. Ich wünsche allen Zuhörerinnen jetzt noch einen ganz, ganz wunderbaren Tag, und ich werde alles Wichtige von Lea natürlich in die Shownotes packen. Das heißt, wenn ihr euch bei ihr melden möchtet, wisst ihr dann, wo ihr hin müsst. Und ja, ich danke euch für eure Aufmerksamkeit. Bis dann, tschüss!

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was ist der Unterschied zwischen Gedanke und Denken?

Ein Gedanke kommt einfach zu uns, während Denken das aktive Verb beschreibt, bei dem wir über etwas nachdenken. Wir leiden nicht am Gedanken selbst, sondern am Denken über den Gedanken. Diese Unterscheidung hilft zu erkennen, dass wir unsere Gedanken von Moment zu Moment fühlen, nicht die äussere Situation.

Muss Erwachen wie ein grosser Knall passieren?

Nein, Erwachen kann viele verschiedene Formen annehmen. Manche Menschen haben einen grossen Aha-Moment, andere erleben tausende kleine Erkenntnisse, die sich nach und nach fügen. Beide Wege sind gleichwertig und richtig. Es gibt kein Muster, dem Erwachen folgen muss, und jeder Weg ist individuell perfekt.

Wie kann ich mit dem Leben im Fluss sein ohne alles zu verlieren?

Mit dem Leben zu gehen bedeutet nicht, nichts mehr zu planen oder unter der Brücke zu landen. Im Gegenteil: Wenn wir nicht in Gedankenstürmen gefangen sind, können wir inspirierte Ideen und Synchronizitäten wahrnehmen. Es gibt durchaus Dinge zu tun, aber aus einem entspannteren Zustand heraus macht es mehr Spass und ist leichter.

Magst du daran weiterarbeiten?

Wenn dich etwas aus dieser Folge nicht loslässt, sprich mit Lea darüber. Im Erstgespräch wird nichts entschieden und nichts verkauft, ihr schaut nur gemeinsam hin.

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