8 Jahre als Coach: 7 Dinge, die ich über gutes Coaching gelernt habe

8 Jahre als Coach: 7 Dinge, die ich über gutes Coaching gelernt habe

Sieben Dinge, die ich in acht Jahren über Menschen und Veränderung gelernt habe. Und warum eine Einsicht allein noch nichts verändert.

Acht Jahre Coaching.

Wenn ich zurückschaue, gibt es einiges, das ich heute anders sehe als damals. Ich habe unglaublich viel gelernt.

Über Menschen.
Über Veränderung.
Über mich selbst.
Und darüber, was gutes Coaching eigentlich ausmacht.

Manches habe ich in Ausbildungen gelernt. Vieles durch die Menschen, die ich begleiten durfte. Und einiges, indem ich Dinge ausprobiert habe, die nicht besonders gut funktioniert haben. 😉

Sieben Erkenntnisse, die mich geprägt haben

Zu jeder habe ich einen eigenen kurzen Artikel geschrieben:

  1. Du bist dein wichtigstes Werkzeug
    Warum ich mich selbst immer besser kennenlernen darf, damit nicht meine eigene Unruhe das Gespräch bestimmt.
  2. Hör nicht deinem Denken zu. Hör deinem Gegenüber zu.
    Warum echtes Zuhören oft mehr bewirkt als die raffinierteste Frage.
  3. Die Magie sitzt dir gegenüber
    Ich muss niemanden reparieren. Der Mensch vor mir bringt schon so viel mit.
  4. Needy is creepy
    Engagiert sein, ohne ein bestimmtes Ergebnis zu brauchen.
  5. Trau dich, das zu sagen, was sonst niemand sagt
    Manchmal ist die liebevollste Frage diejenige, die ein bisschen Mut braucht.
  6. Das Ja lebt im Land der Neins
    Warum ein Nein nicht heisst, dass ich etwas falsch gemacht habe.
  7. Hinterlasse Menschen besser, als du sie vorgefunden hast
    Jede Begegnung darf einen Wert haben, nicht erst, wenn jemand bezahlt.

Eine Einsicht ist noch keine gelebte Veränderung

Vieles davon habe ich nicht an einem bestimmten Tag gelernt und danach für immer perfekt umgesetzt. Manches habe ich in einem einzigen Moment neu gesehen. Und danach durfte ich es immer wieder üben.

Das erlebe ich auch mit meinem Sohn. Ich weiss längst, dass es keine gute Idee ist, schwierige Dinge zu besprechen, wenn wir beide im roten Bereich sind. Und trotzdem möchte ich manchmal genau dann den Mund aufmachen. Weil ich müde bin. Und weil ich halt auch nur ein Mensch bin. 😉

Die Einsicht ist da. Aber sie hält mir nicht automatisch den Mund zu. Das darf ich selber tun: bemerken, was gerade passiert, mich kalibrieren, vielleicht einfach mal schweigen. Und das Gespräch führen, wenn wir beide wieder etwas grüner sind.

Bei den Hausaufgaben hilft uns ein fester Ablauf: nach Hause kommen, etwas essen, Pause machen, erst dann geht es los. Das System ersetzt die Einsicht nicht. Es hilft uns, sie im Alltag zu leben.

Tiefer sehen. Anders handeln. Für mich ist das kein Widerspruch. Es gehört zusammen.

Und wenn ich heute etwas anders mache als vor acht Jahren, dann vielleicht vor allem das: Ich versuche nicht mehr, die besonders schlaue Coach zu sein. Denn die Magie sitzt mir gegenüber.

Herzlich
Lea