„Wer sind wir, wenn niemand zusieht?“
Diese Frage hat mich nicht losgelassen.
Mein eigenes skurriles Geheimnis
Ich liebe es, billige Romane zu lesen.
Und manchmal im Regen zu tanzen.
Früher habe ich Scham darüber empfunden. Sollte ich nicht „bessere“ Bücher lesen? Wie wirke ich auf andere, wenn ich nass und glücklich durch eine Pfütze hüpfe?
Heute geniesse ich diese Freuden ohne einen zweiten Gedanken.
Selbst wenn manche Leute mich ein wenig seltsam finden.
Was wir verlernen, wenn jemand zusieht
Wir alle haben gelernt, gesellschaftliche Rollen zu spielen.
Die kompetente Mutter. Den souveränen Chef. Die belesene Coach. Die immer freundliche Kollegin.
Diese Rollen sind nicht falsch. Sie sind oft nützlich.
Aber wenn wir uns nur noch durch sie wahrnehmen — dann verlieren wir den Kontakt zu dem, was dahinter ist.
Wo dein wahres Selbst leuchtet
Es zeigt sich in den Momenten, in denen niemand zusieht:
- Wenn du allein in der Küche stehst und plötzlich tanzt
- Wenn du heimlich ein „schlechtes“ Buch liest und es liebst
- Wenn du laut singst, im Auto, allein
- Wenn du um drei Uhr morgens aufwachst und ein Gedanke kommt, den du noch nie ausgesprochen hast
Genau da. Das bist du.
Die Kraft des Alleinseins
Allein sein heisst nicht einsam. Es heisst: ohne Spiegel.
Ohne die Frage „Wie wirke ich gerade?“
Und in diesem Raum darf etwas wachsen, das in der Performance keinen Platz hat.
Dein echtes Selbst. Mit allen Eigenarten. Allen Vorlieben. Allen kleinen Verrücktheiten.
Eine Frage zum Mitnehmen
Was ist dein kleines, skurriles Geheimnis?
Welche Freude erlaubst du dir nur, wenn niemand zusieht?
Vielleicht ist heute der Tag, an dem du sie auch erlaubst, wenn jemand sieht. Vielleicht ist das deine kleine Befreiung.
— Lea
