Zum 46. Geburtstag: Ein Gedicht, das mich nicht losliess (Die Einladung)

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Heute habe ich Geburtstag. 46 Jahre.

Der Kernser Pfarrer und Autor Karl Imfeld hat einmal über mich gesagt:

Wenn es sie nid gäbti, hät mer sie miässä erfindä.
(Wenn es Sie nicht gäbe, hätte man Sie erfinden müssen.)

Das gilt für uns alle. In unserer wunderbaren, einzigartigen Form.

Du bist perfekt. Ganz. Heil. Genauso, wie du bist. Du bist so gedacht.

Heute möchte ich dir etwas schenken

Ein Gedicht, das mich diese Woche sehr berührt hat. Ich bin bei der wundervollen Jenny Wenner darüber gestolpert. Und es hat mich nicht mehr losgelassen.

Nimm dir einen Moment. Mach es dir bequem. Und lass dich berühren.

Die Einladung

Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,
ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,
aufgebrochen und offen geworden
oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz
— meinem oder Deinem eigenen —
ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,
ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.

Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst
— meiner oder Deiner eigenen —
ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,
dass Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,
ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,
realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,
ob Du es erträgst, dass Dir deshalb jemand Vorwürfe macht
und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.

Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.

Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst,
auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist,
und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.

— Oriah Mountain Dreamer, „Die Einladung“

Eine Frage zum Mitnehmen

Welche dieser Fragen trifft dich am meisten?

Bleib einen Moment dort. Und dann lebe heute eine kleine Antwort.

— Lea

ÜBER DIE AUTORIN

Lea Wernli

Transformations-Coach, ADHS-Begleiterin und Mentorin in der Coach-Ausbildung. Arbeitet mit den Drei Prinzipien als Fundament. Zürich.

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