Ich bin im Wartezimmer.
Schon etwas länger. Nämlich seit letztem Herbst. Ich sitze und warte.
(Und tue natürlich trotzdem Dinge.)
Was ich damit meine
Ich weiss nicht genau, wohin mein inneres Wissen — oder das Leben, oder Mind, je nachdem, wie du es nennst — mich als Nächstes bringt. Es wird einen nächsten Zug geben. Wie er aussieht, wo er mich hinbringt — das weiss ich nicht.
Und das ist OK.
Was ich im Wartezimmer mache
Ich habe wunderbare Weiterbildungen besucht. Selbst Coachings bekommen, Supervision. Ich coache und mentoriere weiterhin Frauen auf dem Weg in ein leichteres Leben — leichtere Beziehungen, leichtere Körper, leichtere Businesses. Ein verdammtes Geschenk, all diese Menschen begleiten zu dürfen.
Ich begleite auch Jugendliche, die selbst in einer Art Warteraum sind. Gerade aus dem Gefängnis, der Psychiatrie, aus der Volksschule. Durchs Netz gefallen. Wir kommen an, atmen aus, ruhen uns aus in diesen Warteräumen. Bis der nächste Zug kommt.
Was ich tun könnte, aber nicht tue
Ich könnte hin und her gehen im Wartezimmer. Mich nerven, dass noch kein passender Zug gekommen ist. Hadern, warum ich überhaupt hier gelandet bin.
Das tue ich natürlich alles auch — ab und zu.
Und doch: Immer wenn ich gerade herumtigern will, setze ich mich wieder. Geniesse die Zeit. Schaue nach innen. Beschäftige mich mit Dingen, die mich gerade anziehen. (Seit Wochen bin ich im Human-Design-Kaninchenbau und nerde dort herum. Ich sehe übrigens in jedem Tool, in jedem System die Drei Prinzipien als Fundament. Aber das ist ein anderer Brief.)
Ich bin „of Service“ für all die Menschen, die mit mir im Wartezimmer sitzen.
Was ich gelernt habe
Es ist immer genau richtig, dort zu sein, wo wir gerade sind.
Das Leben findet immer statt. Es findet immer ausschliesslich im Hier und Jetzt statt. Und das ist schon verdammt viel, finde ich.
Eine kleine Einladung
Bist du dankbar für das Hier und Jetzt?
Oder möchtest du am liebsten schon dort sein? Wo auch immer dort ist.
Schau dich mal um. Wofür kannst du gerade dankbar sein? Falls du denkst, es gibt nichts: Du liest diese Worte wahrscheinlich auf einem Smartphone oder einem Computer. Das ist schon mal ein guter Einstieg.
Es darf leicht sein. Spielerisch.
Auch im Wartezimmer.
— Lea
