Aufräumen mit ADHS: Überforderung, innere Klarheit und der Moment mit den 35 Bällen

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Manchmal gibt es diese Momente, die uns so richtig ins Stolpern bringen, oder? Ich habe mal wieder einen erlebt. Mitten im Aufräum-Marathon.

Wo ich gerade stecke

Ich räume gerade unser Haus auf — Zimmer für Zimmer. Schublade für Schublade. Jeden Tag trudelt eine Mail von einem Aufräum-Coach (mit ADHS, genau wie ich) in mein Postfach. Und ich gebe mein Bestes.

Ehrlich: Das ist manchmal alles andere als einfach. Überforderung, Unlust, Genervtsein — die tanzen da immer irgendwie mit rein.

Aber tief in mir ist diese innere Klarheit. Mein gesunder Menschenverstand, der sagt: „Es ist Zeit. Mach weiter. Es ist okay, wenn es nicht perfekt läuft.“

Und das beruhigt mich. Es ist okay, auch mal genervt aufzuräumen — solange ich weitermache.

Was ich übersehen hatte

Meine Jungs.

Ich war so in meinem eigenen Vorhaben, in meinem Film, dass ich dachte: Die könnten doch auch. Die sollten doch auch.

Und dann kam letztes Wochenende.

Die Kellersache mit den 35 Bällen

Ich wollte den Keller entrümpeln. Wichtig. Also bat ich meinen Grossen um Hilfe. Schliesslich musste da jemand 35 Bälle aussortieren.

Aber er? Wollte nicht.

Oh, und wie ich sauer wurde. Ich stampfte die Treppe runter, dachte Sachen wie: Dieses blöde Handy! Fussball hier, Fussball da! Wer braucht überhaupt 35 Bälle?!

Ich war wirklich sauer.

Ich dachte: Warum macht er das nicht für mich? (Spoiler: weil er ein Teenager ist.)

Der Klick

Nach zehn Minuten genervtem Rumgeräume im Keller machte es Klick:

Ich fühle meine Gedanken — von Moment zu Moment.

Nicht sein „Nicht-Wollen“ war mein Problem. Meine Gedanken über sein „Nicht-Wollen“ waren es.

Als ich das sah, war ich wieder klar.

Was dann passierte

Mein Grosser kam schliesslich doch runter und half. Nach dem Training. Nachdem er gegessen hatte.

Es brauchte einfach ein bisschen Zeit. Nicht meine sofortige Verfügbarkeit. Nicht meinen sauren Druck.

Was ich daraus mitnehme

Wir dürfen uns reinsteigern. Wir dürfen vergessen.

Und wir dürfen uns auch immer wieder erinnern: Unsere Gefühle kommen nicht von anderen. Sie kommen von uns selbst. Von unseren Gedanken. Moment für Moment.

Vielleicht ist genau das gerade auch deine Erinnerung.

Es ist OK, wenn nicht alles glatt läuft. Es ist OK, sich in den eigenen Gedanken zu verlieren. Und es ist OK, sich wieder zu finden.

— Lea

ÜBER DIE AUTORIN

Lea Wernli

Transformations-Coach, ADHS-Begleiterin und Mentorin in der Coach-Ausbildung. Arbeitet mit den Drei Prinzipien als Fundament. Zürich.

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