Kennst du diese Momente, in denen dein Kopf in Kreisen denkt — von einem Gedanken zum nächsten springt — und du dich fragst, ob das eigentlich okay ist?
Spoiler: Es ist mehr als okay.
Ein Gespräch wie ein Delfinsprung
Ich habe mich kürzlich mit meiner lieben Freundin und Kollegin Orit Eschel zusammengesetzt. Beide ADHS. Beide Mütter. Beide im Coaching unterwegs.
Unser Gespräch fühlte sich an wie ein einziger, wunderbarer Delfinsprung.
Mal hier eintauchend. Dann wieder hochkommend, glitzernd. Eine Idee verbindet sich mit einer anderen. Plötzlich macht etwas Sinn, das vorher kein Zusammenhang war.
Genau so funktionieren unsere Köpfe.
Was wir verlernt haben
Wir wurden gelehrt, dass das ein Problem ist.
„Bleib bei einem Thema.“ „Spring nicht so.“ „Konzentrier dich.“
Aber was, wenn diese Sprünge das Geschenk sind?
Was, wenn das Verbinden von Ideen, die scheinbar nicht zusammengehören, deine Art zu denken ist — und nicht ein Mangel?
Mit ADHS leben — und als Elternteil
Wenn du selbst ADHS hast und gleichzeitig ein Kind mit ADHS begleitest, ist das oft doppelt herausfordernd. Du siehst dich selbst in deinem Kind. Du erkennst Muster, die du selbst noch gar nicht ganz integriert hast.
Aber genau hier liegt auch eine grosse Chance: Du verstehst dein Kind anders. Nicht „trotz“, sondern weil du selbst so denkst.
Die Scham loslassen
Was wir gemeinsam herausgefunden haben:
So viel Energie geht verloren in Scham. Sich entschuldigen für die eigene Art. Sich ständig anpassen. Sich „normalisieren“.
Wie befreiend, wenn wir das loslassen.
Wenn wir einfach sind, wie wir sind. Chaotisch. Lustig. Tief menschlich.
Der stille Raum, der immer da ist
Eine Erkenntnis, die mich besonders berührt hat:
Selbst wenn das Schneekugel-Chaos in deinem Kopf tobt — gibt es in dir immer einen stillen Raum, in den du zurückkehren kannst.
Er ist nicht weg, wenn der Sturm wirbelt. Er liegt darunter. Wartet.
Und von dort aus wird alles so viel leichter.
Auch dein Springen.
— Lea
