Woher das Wort ‚Coach‘ kommt, eine kleine Reise nach Ungarn ins 15. Jahrhundert

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Ich arbeite seit Jahren als Coach — und habe gemerkt, dass ich gar nicht so genau weiss, woher das Wort eigentlich kommt.

Wusstest du es?

Ich habe nachrecherchiert. Und was ich gefunden habe, ist wirklich spannend.

Es beginnt mit einer Kutsche

Die Ursprünge des Wortes „Coaching“ reichen ins 15. Jahrhundert zurück.

In einem winzigen ungarischen Dorf namens Kocs — etwa 65 km nordwestlich von Budapest — wurde damals eine bemerkenswerte Erfindung gemacht: ein verbesserter Pferdewagen mit federnder Aufhängung.

Klingt erst mal nach einem kleinen Schritt für ein Dörfchen. War aber ein riesiger Sprung für die Reisewelt.

Diese Kutsche war schneller. Bequemer. Sie verbreitete sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa. Die Menschen nannten sie „kocsi szeker“ — Wagen aus Kocs.

Das Wort wandert um die Welt

Aus kocsi wurden bald andere Wörter: „coach“ im Englischen, „Kutsche“ im Deutschen, ähnliche Begriffe in Spanisch, Italienisch, Polnisch.

Aber was hat das mit Coaching zu tun?

Vom Reiseutensil zum persönlichen Begleiter

Springen wir ins 19. Jahrhundert. Da wurde das Wort „Coach“ erstmals für Menschen verwendet: für persönliche Lehrer und Instruktoren, die Studenten bei der Prüfungsvorbereitung halfen.

1861 schaffte es der Begriff in die Sportwelt, um Athleten auf ihrer Reise zu begleiten.

In den 1960er Jahren brachten Psychologen wie Abraham Maslow und Viktor Frankl das menschliche Potenzial ins Rampenlicht (humanistische Psychologie).

Dann tauchte Tim Gallwey auf. Mit seinem Buch „The Inner Game of Tennis“ zeigte er: Der mentale Aspekt ist genauso wichtig wie das körperliche Können.

Wie Coaching in die Wirtschaft kam

John Whitmore, ein Motorsportler, der von Gallwey gecoacht wurde, erkannte das Potenzial. Er brachte das Wissen nach England, schulte Tennis- und Golfspieler — und IBM lud ihn ein, Manager im Coaching-Stil zu unterrichten.

So entstand das GROW-Modell, das bis heute in vielen Coaching-Ausbildungen verwendet wird:

  • Goal — Was möchtest du erreichen?
  • Reality — Was ist gerade los?
  • Options — Welche Optionen hast du?
  • Will — Was wirst du tun?

1992 schrieb Whitmore „Coaching for Performance“ — die Grundlage für Executive Coaching.

Was Coaching wirklich ist

Coaching geht über Fragen hinaus.

Es ist eine Balance zwischen Fragen, Raum für Veränderung halten und gelegentlich Input geben. Im Coaching, das auf den Drei Prinzipien basiert, eröffnen wir vor allem den Raum, in dem der andere seine eigenen Lösungen sehen kann.

Was bleibt

Jeder von uns hat das Potenzial, die Welt zu verändern. Wir alle sind auch unser eigener Coach.

Aber durch die Fragen eines anderen, den Raum für Erkenntnisse, das Aufdecken blinder Flecke — durch jemanden, der mit uns reist — geht es oft federnder, leichter, schneller.

Genau wie ein „kocsi“ auf dem Weg zur Eroberung der Welt.

— Lea

ÜBER DIE AUTORIN

Lea Wernli

Transformations-Coach, ADHS-Begleiterin und Mentorin in der Coach-Ausbildung. Arbeitet mit den Drei Prinzipien als Fundament. Zürich.

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