Beziehungen werden leichter, wenn wir nach innen schauen.
Klingt esoterisch? Ist es nicht. Lass mich es an einem Alltagsbeispiel zeigen.
Mein Sohn und die Jacke
Mein Sohn kommt nach der Schule nach Hause. Er schmeisst seine Jacke auf den Boden.
Je nachdem, wo ich innerlich gerade bin — was ich denke, fühle, welche Laune ich habe — reagiere ich komplett unterschiedlich.
Wenn ich gut drauf bin
Ich freue mich, ihn zu sehen. Schön, dass er da ist. Wie war sein langer Schultag?
Vielleicht denke ich sogar: Ach, er ist wie ich. Wir lassen manchmal einfach alles fallen und liegen.
Wenn ich schlecht drauf bin
Ich empfinde die Welt als gegen mich gerichtet. Genervt. Was soll das? Warum kann er das nicht? Wie oft habe ich ihm schon gesagt…
Achtung — die Situation ist exakt dieselbe
Das Kind wirft die Jacke auf den Boden.
Punkt.
Aber meine Reaktion ist eine komplett andere, je nachdem, wo ich gerade innerlich stehe.
Was das bedeutet
Es kann also nicht sein, dass das Kind mit der Jacke mir ein Gefühl gibt.
Wenn das Kind die Ursache wäre, müsste ich immer gleich reagieren. Tue ich aber nicht.
Was wirklich passiert: Ich reagiere auf meine Gedanken über die Jacke. Nicht auf die Jacke selbst.
Das ist das Prinzip Thought. Wir fühlen nicht die Welt. Wir fühlen unsere Gedanken über die Welt — von Moment zu Moment.
Was sich verändert, wenn du das siehst
Du musst die Welt nicht mehr verändern, damit du dich besser fühlst. Du musst nicht den Partner ändern, das Kind, die Chefin.
Du erkennst: Aha — gerade fühle ich einen genervten Gedanken. Der geht wieder vorbei.
Und du kannst aus der Opferrolle rauskommen. Du gewinnst deine persönliche Macht zurück. Im besten Sinne.
Eine kleine Beobachtung am Rand
(Übrigens: In einem ruhigen Moment haben wir gemerkt, dass mein Sohn keinen gut funktionierenden Haken auf seiner Höhe hatte. Wir haben das behoben. Jetzt landet die Jacke etwas weniger auf dem Boden.)
Manchmal ist die Lösung auch ganz praktisch.
— Lea
