Kennst du dieses leise Gefühl, dass bei jemandem etwas nicht stimmt — ohne dass du genau sagen könntest, warum?
Und statt hinzuhören, redest du dir ein, du müsstest verständnisvoller sein. Nachsichtiger. Spiritueller.
Wo Mitgefühl kippt
Es gibt einen feinen, heiklen Raum. Dort, wo Mitgefühl langsam in Verwirrung kippt.
Wo „die Unschuld sehen“ plötzlich bedeutet:
- Dinge auszuhalten, die sich innerlich nicht stimmig anfühlen
- Verhalten zu rationalisieren, das nicht in Ordnung ist
- Die eigene Wahrnehmung zu relativieren
Und ohne es zu merken verlieren wir unsere eigene Handlungsfreiheit.
Wo das herkommt
Viele von uns haben früh gelernt: Sei nicht so empfindlich. Du übertreibst. Sei verständnisvoll.
Diese Prägungen sitzen tief.
Dazu kommt das Bedürfnis, gemocht zu werden. Nicht „die anstrengende Person“ zu sein.
Und plötzlich überhören wir die stillen inneren Alarmsignale.
Nicht weil sie nicht da sind. Sondern weil wir sie weggeübt haben.
Was die innere Weisheit dir sagt
Deine innere Weisheit meldet sich nie grundlos.
Auch dann nicht, wenn dir noch die Worte fehlen.
Auch dann nicht, wenn es von aussen harmlos aussieht.
Auch dann nicht, wenn andere dir sagen: „Du übertreibst.“
Was Klarheit wirklich ist
Eine Erkenntnis, die mich begleitet:
Klarheit ist nichts, was wir uns abringen müssen.
Sie taucht auf — sobald wir aufhören, das zu überzuckern, was unser Körper längst weiss.
Sie ist nicht laut. Aber sie ist klar.
Und wenn du sie wieder hörst, kann sich vieles ordnen.
Wenn dich das hier berührt
Du bist damit nicht allein. Wirklich nicht.
Manchmal braucht es nur ein Gespräch, um wieder Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu finden.
Und manchmal braucht es nur den Mut, eine innere Stimme nicht mehr zu überhören.
— Lea
