Manchmal macht unser Hirn aus einer Mücke einen Elefanten.
Hast du das schon erlebt? Ein kleiner Rückschlag — und in deinem Kopf wird er innerhalb von Minuten zu einer riesigen Herausforderung?
Eine Geschichte zum Wiedererkennen
Meine Freundin und Kollegin Shailia hat das kürzlich erlebt. Ihre Produktvorlage wurde abgelehnt.
Eine sachliche Mitteilung. Eine Information.
Aber in ihrem Kopf:
Achterbahn. Erst Frustration. Dann Selbstzweifel. Dann „Was bedeutet das für mein ganzes Business?“ Dann „War das überhaupt der richtige Weg?“ Dann „Vielleicht sollte ich gar nicht…“
Du kennst das.
Was dabei passiert
Unser Gehirn hat eine dramatische Neigung. Es macht aus jeder Erfahrung gerne eine Geschichte. Und Geschichten sind oft grösser als die Wirklichkeit.
Eine Absage wird zur Identitätskrise.
Ein Streit zur Beziehungsproblem-Diagnose.
Ein verlorener Auftrag zur Existenzangst.
Warum unser Gehirn das tut
Es ist nicht kaputt. Es ist nur überaktiv.
In der Steinzeit war es nützlich. Wenn ein Geräusch im Busch zu einem Tiger werden könnte, hilft Drama beim Überleben.
Heute? Eher hinderlich.
Was hilft
Drei Schritte, die mir helfen, aus dem Drama wieder rauszukommen:
1. Bemerken.
Aha — mein Kopf macht gerade gross.
Allein das Bemerken schafft Distanz.
2. Verlangsamen.
Atme. Geh kurz raus. Mach was anderes. Lass den Schneesturm sich legen.
Versuch nicht, dich in dem Moment zu „lösen“. Im Sturm denkt das Gehirn weiter dramatisch.
3. Zurückkommen.
Sobald die Anspannung nachlässt, schau dir die Situation noch mal an.
Und du wirst überrascht sein: Aus dem Elefanten wird oft wieder eine Mücke.
Was du heute mitnehmen kannst
Du bist nicht dein dramatisches Denken.
Du bist der Raum, in dem das Drama erscheint. Und vorbeizieht.
Und manchmal braucht dein Gehirn einfach einen sanften Schubs zurück in die Realität.
— Lea
