ADHS bei Kindern, was ich Eltern wirklich sagen möchte

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Dein Kind ist nicht das Problem.

Ich weiss, wie sich das anfühlt. Der Anruf von der Schule. Das Gespräch mit der Lehrperson. Der Blick der anderen Eltern. Und irgendwann dieser Satz: «Wir empfehlen eine Abklärung.»

Vielleicht hast du es schon geahnt. Vielleicht trifft es dich kalt.

So oder so: Atmen.

Die Diagnose ist kein Urteil

Eine ADHS-Diagnose bedeutet nicht, dass mit deinem Kind etwas «falsch» ist. Sie bedeutet: Sein Gehirn arbeitet anders. Punkt.

Ich habe über 20 Jahre in Schulen gearbeitet, mit Kindern, die als «schwierig» galten. Und was ich immer wieder gesehen habe: Diese Kinder sind nicht schwierig. Sie passen einfach nicht ins System. Das System passt nicht zu ihnen.

Stärken sehen – wirklich sehen

Kinder mit ADHS sind oft unglaublich kreativ, energiegeladen und begeisterungsfähig. Das wird schnell übersehen, wenn der Fokus immer auf dem liegt, was nicht klappt.

Schau hin: Was kann dein Kind richtig gut? Wo leuchten seine Augen? Da liegt der Schlüssel.

Struktur – ja. Strenge – nein.

Klare Abläufe geben Sicherheit. Aber bitte mit Wärme. Ein ADHS-Hirn braucht keine härtere Hand – es braucht eine klarere Umgebung und mehr Verständnis dafür, dass Dinge, die für andere selbstverständlich sind, manchmal einfach schwerer fallen.

Hausaufgaben? Uff.

Ich weiss. Ein paar Dinge, die wirklich helfen:

  • Kurze Blöcke von 15–20 Minuten
  • Bewegungspausen dazwischen
  • Ein fester, reizarmer Platz
  • Positive Verstärkung statt Kritik. Immer.

Und du?

Vergiss dich selbst nicht. Du kannst nur für dein Kind da sein, wenn es dir selbst einigermassen gut geht. Das ist kein Luxus – das ist die Grundlage.

Du musst das nicht alleine schaffen. Melde dich, wenn du Unterstützung möchtest.

ÜBER DIE AUTORIN

Lea Wernli

Transformations-Coach, ADHS-Begleiterin und Mentorin in der Coach-Ausbildung. Arbeitet mit den Drei Prinzipien als Fundament. Zürich.

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