Mhmm… da ist was.
Ich war 25. Stand in einer Kleinklasse. Schaute meinen Schüler:innen zu. Und dachte: Mhmm… da ist was.
Nicht bei ihnen. Bei mir.
Schon vorher war vieles schwer gewesen. In der Schule konnte ich mich kaum konzentrieren – aber ich war gescheit genug, um durchzukommen. Gerade so. Dreimal die Schule abgebrochen. Studium abgebrochen. Impulsive Entscheidungen, die sich nachher anfühlten wie Beweise. Beweise dafür, dass ich es einfach nicht hinkriege.
Dann kam die Diagnose: ADHS. Und dann? Scham. Ganz viel Scham.
Es gab damals ein einziges Buch: «Chaos-Prinzessin». Das war’s. Kein Instagram. Keine Community. Kein «du bist nicht kaputt». Nur dieses Gefühl: Mit mir stimmt etwas nicht.
Und ehrlich? Das Gefühl blieb. Sogar nach der Diagnose. Da war so viel Nicht-Passung mit dem System.
Ich hab vieles versucht. Homöopathie. Medis. Kinesiologie. Heilarbeit. Traumaarbeit. Hilfreiche Dinge, ja – aber das Leben wurde trotzdem nicht wirklich leichter.
Der eigentliche Wendepunkt
Bis ich zwei Dinge zusammenbrachte:
Das Wissen darum, wie wir als Menschen funktionieren – dass wir unser Erleben von Moment zu Moment erschaffen. Über Gedanken und Gefühle. Wir mit einem neurodivergenten Hirn einfach… etwas mehr davon.
Phuuu. Ist das eine Erleichterung.
Und dann: passende Systeme. Systeme, die sich anpassen dürfen, wenn sich das Leben verändert.
Was sich verändert hat
Ich habe aufgehört, gegen mein eigenes Hirn zu kämpfen. Ich habe angefangen, mit meinen Stärken zu arbeiten statt gegen meine Schwächen. Und ich habe verstanden: Ich war nie gebrochen. Ich war nur anders gebaut.
Heute leben ich und meine Familie ein viel leichteres Leben. Auch mit Neurodivergenz – wahrscheinlich AuDHS. Nicht trotz. Mit.
Meine Botschaft an dich
Du bist nicht gebrochen, doof oder unfähig. Nur etwas anders gebaut 🙂
Wenn du genug davon hast, gegen dein eigenes Hirn zu kämpfen – melde dich. Es darf leichter werden.
